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Wieder ein Buch, das tief in meine intellektuelle Biografie zurückreicht: die Geschichte der Nietzsche-Lektüre als Geschichte der Ausgabe von Giogio Colli und Mazzino Montinari. Nietzsche faszinierte mich schon als Schüler, weil ich bei ihm eine Rezeption des Christentums fand, die dem, was ich als vielbeschäftigter Mitarbeiter in Kindergottesdienst und KU, aber such im RU und im Alltag erlebte, sehr nahe war; zugleich war und bin ich dem Schriftsteller Nietzsche doch sehr verfallen.
Meine Nietzsche-Lektüre begann also, als die Taschenbuchausgabe auf den Markt kam, eine meiner ersten richtig heftigen Investition in Bücher.
Und in Göttingen nahmen sich gleich zwei Profs des Themas an: Der sehr junge W.Chr. Zimmerli, der das Nietzsche-Bild des vorausgehenden Jahrhunders sanft postmodern und wissenschaftstheoretisch korrigierte (Deleuze-nah) - und der greise Theologe Wolfgang Trillhaas, der in den 50er Jahren ein Nietzsche-Buch geschrieben hatte und nun sein persönliches Nietzsche-Bild in einer sehr bewegenden Vorlesung z.T. unter Tränen revidierte - unter Tränen nicht zuletzt deshalb, weil auch er vieles zu Karl BarthGesagte revidieren musste, der neben Bonhoeffer einzige deutschsprachige Theologe, der sich mit Nietzsche ernsthaft auseinandergesetzt hatte.
Der Höhepunkt war ein Vortrag seines Freundes (!) Mazzino Montinari, auch schon ein Greis [meine Erinnerung trügt: er war mitte Fünfzig], über die Eigenart seiner Nietzsche-Ausgabe. Und nun dieses Buch, das all diese Geister beschwört…schöner Trip.






