# Der Eisenfluch
Das Schwert lag zwischen den Wurzeln einer alten Eiche, als hätte der Wald selbst es dort vergessen wollen. Rost fraß sich durch die Klinge wie eine Krankheit, und doch erkannte Wolfhart von Felseck sofort die Form – ein Langschwert, wie es sein Vater getragen hatte.
Er stieg vom Pferd und hob es auf.
*Splitter regneten auf den Lehmboden. Das kleine Holzschwert, mit dem er den ganzen Sommer über gekämpft hatte, lag in zwei Hälften zu seinen Füßen. Sein Vater schwankte, die leere Weinkanne noch in der Hand, die Augen glasig und doch voll kaltem Zorn.*
*„Träumst du vom Rittertum, Junge? Du wirst ein Bauer wie ich. Ein Dreckbauer.”*
Wolfhart ließ das Schwert fallen, als hätte es ihn verbrannt. Das Metall klirrte dumpf auf das Moos. Seine Hand zitterte.
Dreißig Jahre. Dreißig Jahre, seit jener Nacht. Und in all der Zeit hatte er es geschafft – durch Zähigkeit, durch List, durch das Schwert eines anderen: die Axt. Mit der Streitaxt hatte er sich einen Namen gemacht. Die anderen Knappen hatten gelacht, als er im Schwertkampf versagte, die Klinge in seiner Hand stets einen Augenblick zu spät, einen Schritt zu zögerlich. Aber wenn er die Axt schwang, verstummten sie.
„Wolfhart Axtkopf” nannten sie ihn bei Turnieren. Ein Ehrenname, dachten alle.
Nur er wusste, dass es eine Lüge war. Eine Flucht.
Er starrte auf das rostige Eisen zu seinen Füßen. Wie viele Männer mochten mit dieser Klinge gestorben sein? Wie viele Hände hatten sie gehalten, ohne zu zittern?
Der alte Mann lebte noch. In einer Kate am Waldrand, kaum zwei Tagesmärsche von hier. Wolfhart hatte ihn seit Jahren gemieden, Boten geschickt, wenn Pflicht es verlangte. Aber gemieden.
*„Du wirst ein Bauer wie ich.”*
Nein. Er war ein Ritter geworden. Gegen allen Spott, gegen die eigene Angst. Aber ein halber Ritter nur. Ein Ritter, der das Schwert fürchtete.
Wolfhart bückte sich und hob die Klinge erneut auf. Das Eisen war kalt in seiner Hand, das Gewicht vertraut und fremd zugleich. Er schloss die Augen und zwang sich, nicht loszulassen.
Es war nur Metall. Nur Metall und alte Wunden.
Aber alte Wunden eiterten am längsten.
Er band das Schwert an seinen Sattel und ritt nach Westen, wo die Sonne zwischen den kahlen Ästen versank. Die Axt blieb an seiner Seite, treu wie immer. Doch zum ersten Mal seit Jahrzehnten war es nicht sein einziger Begleiter.
Zwei Tage später stand er vor der Kate. Rauch stieg aus dem Dach. Ein alter Mann saß auf einer Bank, das Gesicht von der Zeit zerfurcht wie ausgedörrtes Leder.
„Vater.”
Der Alte hob den Kopf. Erkannte ihn. Sagte nichts.
Wolfhart legte die Hand an den Griff der Axt. Wie leicht es wäre. Wie gerecht.
Aber seine Hand glitt weiter zum rostigen Schwert.
Er zog es langsam aus dem Gürtel, hielt es seinem Vater hin wie eine Anklage.
„Erinnerst du dich?”
Der Alte schwieg lange. Dann nickte er, kaum merklich.
„Jeden Tag, Junge.”
Wolfhart ließ das Schwert fallen. Es landete zu den Füßen des Alten im Schmutz, wo es hingehörte.
„Dann stirb damit”, sagte er leise und wandte sich ab.
Die Axt blieb an seiner Seite. Aber zum ersten Mal trug sie kein Gewicht mehr.
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Das ist der Prompt, erstellt mit Claude Sonett 4.5.: Schreibe eine Kurzgeschichte. Ein Ritter, 13. Jahrhundert, findet im Wald zufällig ein rostiges Schwert. Als er es neugierig in die Hand ninmt, hat er einen Erinnerungsflash: sein Vater hat, als er noch ein junge war, im Suff sein Holzschwert zerbrochen, was den Jungen sehr verletzte. Seitdem kann er mit dem Schwert nicht wirklich kämpfen, was in seiner Ausbildung zu viel Spott führte. Aber dafür ist er geradezu virtous mit der Axt, was von vielen sehr bewundert wird - niemand kennt ja den Grund. Voller Abscheu und Ekel beschliesst der Ritter, seinen Vater zu töten und seine Schwerthand zu befreien.