Richard Wagner ist ein wirklich beeindruckender Beleg dafür, dass das Werk einer Künstlerin/eines Künstlers wenig mit deren Überzeugungen zu tun hat und noch weniger mit deren Rezeption. Den größten Quatsch über den Ring schreibt Wagner, als sein eigener Rezipient, selbst. Wie man den Ring schreiben kann und zugleich krasser Antisemit und Misogyn sein kann - es ist ein Rätsel. Dessen Lösung heisst: es gibt schlicht keinen Zusammenhang zwischen Denken, Imaginieren, Reden und Handeln. Das sind alles Behauptungen, Selbst-Stilisierung zur Aufrechterhaltung einer personalen Kohärenz, die eine Illusion ist. Deswegen, liebe Theologinnen und Theologen, gibt es auch keinen Weg von Indikativ zum Imperativ. Hinter Nietzsche und Freud gibt es kein Zurück. Und hinter die Sünde auch nicht….
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