Liebe Geheimmitleser des Denkfriedhofes,
es ist still geworden hier. DAs hat viele Gründe. Vor allem aber den, dass ich jetzt wieder "draussen" bin, viele schöne Veranstaltungen mit regem Gedankenausstausch in einer dafür sehr empfänglichen Gemeinde, nebenbei schreibe ich immer noch Gelegenheitstexte für diesen und jenen, schreibe auch mehr für den Bergmoser und Höller-Verlag (ich muss ja meine Zinnfiguren und Opernabende finanzieren und will dafür nicht das Erbe meiner Kinder verjuxen...). Und ich schreibe wieder regelmässig für die Kanzel. Da ich da immer wieder angefragt werde, die Predigt nachlesen zu können, habe ich nach einigen Experimenten mit der Dropbox und anderen, ähnlichen Stores mich doch wieder entschlossen, die Form des Blogs zu wählen. Ist am einfachsten.
Der Blog heißt "Theopred". Klingt wie ein Medikament, sagt _um; warum auch nicht. Antidot gegen Unglauben und Schwachsinn (was zwei ganz verschiedene Dinge sind, die gleichwohl gemeinsam auftreten können). ;). In der Tat war "Theos Predigten" oder "Predigten von Theo" und dergleichen als Namen nicht durchzusetzen bei blogspot, es gibt wohl schon recht viele Predigtblogs.
Ich werde hier die Texte einstellen, die in der Gemeinde zu hören waren.
Theos Predigten
Dienstag, 1. Oktober 2013
Dienstag, 3. September 2013
Schlussandacht zum Konfi-Tag Psalm 23
Der Konfi-Rap für die Schlußandacht des genialen Konfi-Tages in Baunatal. Vorbereitet von den Jugendarbeitern in der Gemeinde, von den Pfarrern und Pfarrerinnen unterstütz und von einer Armee von Helfern durchgeführt.
Der Gottesdienst hat ganz gut geklappt, war leider etwas unruhig, weil eine Gruppe (insgesamt 200 Konfis und 50 Mitarbeiter!) irgendwie neben der Spur war. Aber nach geschätzt 50 Schulgottesdiensten ist man da etwas cooler....
Der Schaf-Rap
Und die Melodie zum Flow. Erstellt mit Primus. Achtung, Cracks: Ich bin kein Musiker. Alles nach Gehör und Lehrbuch zusammengeflickt. Wer´s besser kann: her damit. Funktioniert hat es jedenfalls. Könnte rhythmisch noch etwas raffinierter sein, aber ich weiß nicht, wie man so einen schleppenden 3/4 Takt notiert. Egal, war ein Spaß.
Der Schaf-Rap Flow
Der Gottesdienst hat ganz gut geklappt, war leider etwas unruhig, weil eine Gruppe (insgesamt 200 Konfis und 50 Mitarbeiter!) irgendwie neben der Spur war. Aber nach geschätzt 50 Schulgottesdiensten ist man da etwas cooler....
Der Schaf-Rap
Und die Melodie zum Flow. Erstellt mit Primus. Achtung, Cracks: Ich bin kein Musiker. Alles nach Gehör und Lehrbuch zusammengeflickt. Wer´s besser kann: her damit. Funktioniert hat es jedenfalls. Könnte rhythmisch noch etwas raffinierter sein, aber ich weiß nicht, wie man so einen schleppenden 3/4 Takt notiert. Egal, war ein Spaß.
Der Schaf-Rap Flow
Donnerstag, 29. August 2013
Müdigkeiten
Heute abend bin ich hundemüde, aber es ist eine völlig andere Müdigkeit als die, die ich die letzten zwei Jahre empfunden habe, wenn ich abends heimkam. Ich habe in meinem "homeoffice" einen schönen Text fertiggestellt (an dem ich im Büro seit drei Wochen herumgedoktert habe), zwei Gespräche betreffs der Gemeinde geführt, drei (!) Gottesdienste vorbereitet bwz. konzipiert - mit anderen Worten, ich habe etwas geschaffen, anstatt etwas zu verwalten. Und siehe, schon geht es mir gut. Und zwischendurch hatte ich noch Muße, mit meinen Zinnfigurenfreunden Kaffeeklatsch zu halten.
Es gibt ein richtiges Leben im Falschen.
Hoffentlich.
Es gibt ein richtiges Leben im Falschen.
Hoffentlich.
Montag, 26. August 2013
Tageslosung: Ansprache zur Verabschiedung LKA 27.8.2013
Gott, wir
gedenken deiner Güte in deinem Tempel.
Psalm 48,10
Psalm 48,10
Lasst uns
aufeinander acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht
verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander
ermahnen.
Hebräer 10,24-25
Hebräer 10,24-25
Liebe
Hausgemeinde!
Was macht
die Kirche, was nur die Kirche macht? Was machen wir, was sonst kein Anderer
macht? Woran sind wir so eindeutig als Kirche zu erkennen, dass man uns gar
nicht verwechseln kann?
Das ist,
auf modernem Medienfachsprech gesagt, die Frage nach dem Alleinstellungsmerkmal
der Kirche.
Dieses, so
wird man allenthalben von Marketingfachleuten, den modernen Nachfahren der
Marktschreier, belehrt, dient dazu, die Kirche auf dem Markt zu profilieren.
Ich stelle
die Frage immer wieder einmal gerne im Gespräch. Und bin immer ganz erstaunt
über die Antworten.
Da kommt:
„Naja, wir
stehen für Werte wie Nächstenliebe und Vertrauen“. Aha. Das würde die AWO auch
sagen, auch der friedliche Islam würde das sagen, und nur ein sehr hartgesottener
und fehlgeleiteter Atheist würde das nicht für sich in Anspruch nehmen. Werte?
Das ist nicht unser Alleinstellungsmerkmal.
„Ja, gut, soziale
Aktivitäten, wir kümmern uns“.
Nun, auch
das tun andere gut, sehr gut sogar, oft besser als wir, weil weniger umständlich
und betulich. Wer würde das bestreiten?
„Nun: wir
kümmern uns um die Seele.“
Tja, aber
das tun die Kurhessen-Thermen nach eigenem Bekunden auch. Und auch der
Yoga-Lehrer in der umgebauten Scheune im Dorfkern tut das. Und eine Armee von
Therapeuten kümmert sich.
„Wir
halten die Tradition aufrecht“. Das macht der Dorfverschönerungsverein, der
Gesangverein, die historische Gesellschaft und selbst die Kirmesbuchen auch.
Und oft richtig gut. Hochzeiten und Beerdigungen machen inzwischen auch Profis,
bei denen es sich lohnt, einmal hinzuschauen, womit die so viel Geld verdienen.
„Wir
halten den Glauben an Gott wach“. Das klingt schon besser, möchte man meinen.
Aber das würden der Imam, der Rabbi und die Zeugen Jehovas auch sagen.
Jetzt ist
der Punkt der Verunsicherung langsam erreicht. „Ja, wozu sind wir denn dann da?
Was macht uns zur Kirche?“
Nun denn,
die Antwort auf die Frage ist kinderleicht. ich gebe sie immer wieder gerne.
Und ernte damit immer wieder gerne bedenkliche Blicke, gefaltete Stirnen, gemessen-zweifelndes
Kopfwiegen. Das stimmt nun wieder mich sehr bedenklich und zeigt mir: Hier
stimmt was nicht. Haben wir vergessen,
wer wir sind?
Denn die
Antwort lautet: Kirche ist überall dort, wo das Evangelium lauter und rein
verkündigt und die Sakramente gemäß dem Worte Gottes gereicht werden. So steht
es in der Grundurkunde der evangelischen Kirche, der Confessio Augustana. Mit
anderen Worten: Dort, wo christlicher Gottesdienst stattfindet, da ist die
Kirche. Das machen nur wir. Nur wir
verehren Jesus Christus in der Versammlung der Getauften und reichen Abendmahl
und Taufe so, wie sie in der Bibel stehen. Also noch klarer:
Jesus
Christus macht uns zu Christen und damit zur Kirche. An Jesus Christus erkennt
man uns. Wo man darauf trifft, da trifft man auf Kirche. In vielerlei Gestalt,
wohlgemerkt. das ist nicht das Alleinstellungsmerkmal der Evangelischen Kirche
von Kurhessen Waldeck - das findet man in der Grundordnung.
Nein, es
geht um die Kirche als die Gemeinschaft der Heiligen, als die von Gott gerufenen
getrösteten Sünder und Sünderinnen, als die Boten der Frohen Botschaft von der
Versöhnung, es geht um uns, die wir das Salz der Erde und das Licht der Welt –
nein, nicht sein sollen: sondern eben sind!
Denn das
ist die wunderbare Botschaft, die uns anvertraut ist.
Die Tageslosung
beschreibt, was der Kern einer christlichen Existenz ist, und wo wir zu denken
anfangen und aufhören müssen: Gott, wir gedenken deiner Güte in
deinem Tempel, betet Israel und wir mit ihm. Dieser Tempel aber ist für den Glauben der
Leib Christi, schreibt Paulus, und das ist die versammelte Gemeinde. Alles, was wir als Kirche sonst noch tun, auch und
gerade das, was in diesem Haus hier geschieht – und ihr wisst, wie sehr ich
inzwischen die Arbeit, die in diesem Hause gleistet wird, schätze und für
wertvoll einschätze – alle Arbeit, die wir als Kirche leisten, dient nur diesem
einem: Gottesdienst zu ermöglichen, damit das Wort Gottes nicht verstummt und
wir als Kirche sichtbar und vor allem hörbar bleiben, als Kirche, und nicht als
Traditionsverein zur Pflege christlichen Brauchtums. Wir werden in den nächsten
Jahren diese Frage nach dem Kern unseres Tuns immer und immer wieder stellen.
Wir werden uns verabschieden müssen von unserem Wohlstand, und wir werden uns verabschieden müssen von
Dingen, über die wir jetzt noch gar nicht nachzudenken uns trauen. Nur vom
Gottesdienst, sollten wir uns nicht verabschieden. Aber dafür braucht´s nur Menschen und einen
Ort.
Und ich finde,
und das nehme ich aus den 2 ½ Jahren meiner Tätigkeit auf dem Marktplatz der
Meinungen mit, ich finde, wir können das ruhig offensiv und deutlich tun, auch
und gerade untereinander. Denn die Probleme sind nicht neu. Gemeinden haben
schon immer darum kämpfen müssen, bestehen zu bleiben. Der Schwund des Gottesdienstbesuches
ist nichts Neues. in der Gemeinde, in der ich jetzt anfange, ist der
Gottesdienstbesuch heute fast dreimal so hoch wie vor 70 Jahren. Es war
letztlich die preussische Polizeiverordnung, die dafür sorgte, dass im 19.
Jahrhundert die Kirchen Sonntag voll waren, jedenfalls auf dem Dorf. In den
Städten sah es immer schon anders aus, je nach Epoche. In Schleiermachers
Berlin, also um 1820, sah es auch ganz schlecht aus.
Wir haben da
auch ganz falsche Vorstellungen.
Dabei bräuchten
wir bloß aufmerksam die Bibel zu lesen. Der Hebräerbrief, ein Text aus der
dritten Generation, der schreibt am Ende seiner Gemeinde schon hinter die Ohren,
worum es geht, und zwar deutlich:
Lasst uns
aufeinander acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht
verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander
ermahnen.
Ja genau, darum geht es, dass wir uns zur Gemeinschaft auch anreizen und
ermahnen, einander einladen, einander mitbringen und einander tragen und
stützen. Wir spüren doch, wie gut es uns tut, wenn wir einander sehen und
erleben. Kein Medium, kein Fernsehen, kein Radio, kein Internet kann ersetzen,
dass man sich Aug´ in Aug´ sieht, eng beieinander sitzt und sich seines
Glaubens durch bloßes Dasein vergewissert. Der Glaube ist nicht
selbstverständlich. Alles in uns Sündern wehrt sich dagegen. Wir sind faul und
träge, wir sind im Kern gottlos. Käme Gott nicht zu uns, wir kämen nicht zu
ihm. Wir wollen uns gar nicht verändern lassen. Wir sind zwar unglücklich, in
dem, was wir sind, aber wir fürchten das mögliche Unglück der Veränderung noch
viel mehr. Damit aber verpassen wir auch das Glück der Veränderung. Wer Gottes
Wort nicht hört, wird nicht von selber darauf kommen. Darum. Gottesdienst,
Unterricht, Seelsorge. Eine Kirche, die nicht Gottesdienst feiert, wie ist wie ein
Fußballverein, der nicht spielt, ist wie ein stummes Orchester oder wie ein
Verschönerungsverein, der sich Dias davon anschaut, wie schön es mal war.
Ich will raus, ich will an die Menschen und unter Menschen. Dahin bin ich
gerufen. Da gehe ich wieder hin. Dafür bin ich ordiniert: das zu tun, was der Hebräerbrief
uns ans Herz legt, damit wir Kirche bleiben.
Und dass ich das mitmeiner Frau zusammen darf und unter so passenden
Verhältnissen, empfinde ich als besonderen Segen und besondere Herausforderung.
Diese Chance, so jedenfalls unser Gefühl, kommt so schnell nicht noch einmal.
Gottesdienst ist das Alleinstellungsmerkmal der Kirche,
die Verkündigung der Botschaft von Jesus Christus,
die Anbetung Gottes des Vaters, des Schöpfers
und das Leben aus der Liebe, die vom Geist gestiftet wird.
Jeder und jede an seinem Ort.
Jeder und jede nach seinen Gaben.
Jeder und jede nach seiner Kraft.
Aber immer im Dienst des Herrn:
Gott, wir
gedenken deiner Güte in deinem Tempel.
Lasst uns aufeinander acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen.
Lasst uns aufeinander acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen.
Darum gehe ich jetzt an meinen Ort.
In diesem Sinne: Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,
bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, Amen.
Sonntag, 25. August 2013
Übergänge
Als ich vor mehr als zwei Jahren das Amt des Pressesprechers/Leiters ÖA antrat, habe ich nächtelang nicht geschlafen, aus Respekt vor der Aufgabe. Nach wenigen Wochen wusste ich schon, dass es ganz schwierig wird. Und nach einem Jahr brach ich zusammen. Ich war angetreten, weil ich das Zutrauen hatte, dass die Aufgabe bewältigbar ist, wenn ich Zeit habe, mich einzuarbeiten und das Aufgabengebiet das ist, als das es mir begegnete. Es kam anders.
Jetzt bin ich froh, entronnen zu sein. Was mich aber doch etwas bitter und traurig macht ist, dass ich jetzt schon zum dritten Mal eine Stelle verlasse, weil die Arbeit nicht passt oder die Umstände sich gegen mich gewendet haben.
Ich spüre, das mich das verunsichert. Heißt es nicht, bei als 2mal ist es ein Muster? Und ist es nicht, dass wenn einem ein Muster begegnet, man selber der Verursacher ist?
Und schließlich sass ich heute in einem Gottesdienst, der zwar nicht schlecht war, aber eben doch einer von der Sorte, bei der ich dachte: Kein Wunder, dass uns keiner für voll nimmt.
Werde ich das gut könne, was ich einmal gut konnte? Oder haben mich die Erfahrungen so weit verändert, dass ich nicht mehr so frisch und klar bin, wie ich einmal war?
Ich bin gespannt. Das wird eine spannende Woche des Überganges: Und zwar komplett ohne Pause.
Ist vielleicht gut so.
Warum ich das geschrieben habe?
Damit ich in einem Jahr noch einmal nachlesen kann, wie es war.
Morgen kommt die Ansprache. Deren kristalline Schärfe erschreckt mich etwas.
Ich bin gespannt.
Seltsamerweise: ich schlafe in letzter Zeit so gut wie selten zuvor.
Jetzt bin ich froh, entronnen zu sein. Was mich aber doch etwas bitter und traurig macht ist, dass ich jetzt schon zum dritten Mal eine Stelle verlasse, weil die Arbeit nicht passt oder die Umstände sich gegen mich gewendet haben.
Ich spüre, das mich das verunsichert. Heißt es nicht, bei als 2mal ist es ein Muster? Und ist es nicht, dass wenn einem ein Muster begegnet, man selber der Verursacher ist?
Und schließlich sass ich heute in einem Gottesdienst, der zwar nicht schlecht war, aber eben doch einer von der Sorte, bei der ich dachte: Kein Wunder, dass uns keiner für voll nimmt.
Werde ich das gut könne, was ich einmal gut konnte? Oder haben mich die Erfahrungen so weit verändert, dass ich nicht mehr so frisch und klar bin, wie ich einmal war?
Ich bin gespannt. Das wird eine spannende Woche des Überganges: Und zwar komplett ohne Pause.
Ist vielleicht gut so.
Warum ich das geschrieben habe?
Damit ich in einem Jahr noch einmal nachlesen kann, wie es war.
Morgen kommt die Ansprache. Deren kristalline Schärfe erschreckt mich etwas.
Ich bin gespannt.
Seltsamerweise: ich schlafe in letzter Zeit so gut wie selten zuvor.
Dienstag, 20. August 2013
Feuchtgebiete. Die Emanzipation der Perversität.
Wie es aussieht, erleben wir gerade die zweite Welle der sexuellen Befreiung, wie es in den 70ern hieß. Ging es damals darum, die "normale" Sexualität aus den Fängen von Prüderie, Heuchelei und Zwängen zu befreien, geht es jetzt darum, das ehemals "Perverse" in die "Normalität" zu holen. Sowohl der Roman als auch der Film "Feuchtgebiete" gehören dazu, 50 Shades of Grey, aber auch auch die verbissene Debatte um Homosexaltität und überhaupt sexuelle basierte Partnerschafen. Demnächst wird die Denkschrift der EKD zur Sexualethik erscheine, da darf man gespannt sein.
Worum es geht?
Die Emanzipation der "Perversion". Es zeigt sich, dass dieser Begriff als Leitbegriff für deviante oder pathologische Formen von Sexualität ausgedient hat. Die "Normalität" ist ein Feld von "Normalitäten" geworden. Denn es fehlt die Norm.
Die biblischen Vorbehalte gegen bestimmte Formen ausgeübter Sexualität hat ausschließlich religöse Gründe: verboten waren alle Praktiken, die in Israels Umwelt mit anderen Göttern verknüpft waren. DAs ist etwas vollkommen anderes als die modernen hygienischen und sozialmoralischen Argumente, die sich ein szientistisches Mäntelchen umhängen. Daraus resultiert auch das völlige Desinteresse an vielen anderen sexuellen Praktiken. Was haben die Patriarchen mit ihren mehreren Frauen getrieben? Wie sahen wohl sexuelle Praktiken aus, die auf keinen Fall zur Schwangerschaft führen durften? Was geschah wohl im Rahmen der Sklaverei? Der gesamte Bereich der Penetration, der heute die Gemüter so bewegt, spielt überhaupt keine Rolle, mit der einen Ausnahme des Onan, der seiner Frau das Kind verweigerte, was also mit Selbstbefriedigung nun überhaupt gar nichts zu tun hat - usw., usw. Die Biblische Tradition schätzt dei Sexualität sehr hoch und gibt ihr eine elementare Rolle im Leben. Erst im neuen Testament haben wir es mit Sexualverboten zu tun, die über diese rein religiöse Motivation hinausgeht, der Städter und polysprachliche Mulitkulti-Abkömmling Paulus hat die zerstörerischen Potentiale von Sexualtität im Blick, nciht aus Vorbehalten gegenüber der Sexualtität, sonderna aus Erfahrung mit Promiskuität. Korinth war ein einziges Bordell. Das wird in Tarsus nicht viel anders gewesen sein. Und in der multikulturellen ersten Christenheit wird es ein elementares Bedürfnis gewesen sein, die unterschiedlichen Sexualkulturen von Juden und Griechen, Sklaven und Freien etc. unter einen Hut zu bringen.
M. a. W.: was wir gerade erleben, setzt uns in mancher Hinsicht in die Antike zurück: Sexualtität wird polymorph. Was das für uns bedeutet? DAss uns auch hier ein Gebiet zuwächst, wie die Medien, für das einzelne trainiert werden muss, Entscheidungen zu finden und zu kommunizieren. WEr seine eigene Sexualtität nicht kennt, wird nicht in der Lage sein, auf dem Markt (und das genau entsteht gerade) zu reüssieren. Gerade weil die Enthemmung der Sexualität gerade einen deutlichen weitern Schub macht, wird Reden immer wichtiger. Sonst kann es zu bösen Überraschungen kommen. Wir brauchen also eine Sexualmoral, die Formen behutsamer Kommunikation, sensibler Sprache und einfühlsamer Regeln erstellt. Die Zeit der Verbote ist vorbei.Dazu passt auch, dass jetzt ein drittes Geschlecht auf amtlichen Formularen auftaucht. DAs betrifft eine extreme Minderheit, von deren Existenz die meisten Menschen sicherlich von 50 oder 70 Jahren nicht wußten und auch nicht wissen wollten.Interessant auch, was unter diesem Aspekt gerade in Russland vor sich geht: Angst vor der neuen Normalität. Dabei reden wir - auch in Russland - von verschwindenden Minderheiten.
Worum es geht?
Die Emanzipation der "Perversion". Es zeigt sich, dass dieser Begriff als Leitbegriff für deviante oder pathologische Formen von Sexualität ausgedient hat. Die "Normalität" ist ein Feld von "Normalitäten" geworden. Denn es fehlt die Norm.
Die biblischen Vorbehalte gegen bestimmte Formen ausgeübter Sexualität hat ausschließlich religöse Gründe: verboten waren alle Praktiken, die in Israels Umwelt mit anderen Göttern verknüpft waren. DAs ist etwas vollkommen anderes als die modernen hygienischen und sozialmoralischen Argumente, die sich ein szientistisches Mäntelchen umhängen. Daraus resultiert auch das völlige Desinteresse an vielen anderen sexuellen Praktiken. Was haben die Patriarchen mit ihren mehreren Frauen getrieben? Wie sahen wohl sexuelle Praktiken aus, die auf keinen Fall zur Schwangerschaft führen durften? Was geschah wohl im Rahmen der Sklaverei? Der gesamte Bereich der Penetration, der heute die Gemüter so bewegt, spielt überhaupt keine Rolle, mit der einen Ausnahme des Onan, der seiner Frau das Kind verweigerte, was also mit Selbstbefriedigung nun überhaupt gar nichts zu tun hat - usw., usw. Die Biblische Tradition schätzt dei Sexualität sehr hoch und gibt ihr eine elementare Rolle im Leben. Erst im neuen Testament haben wir es mit Sexualverboten zu tun, die über diese rein religiöse Motivation hinausgeht, der Städter und polysprachliche Mulitkulti-Abkömmling Paulus hat die zerstörerischen Potentiale von Sexualtität im Blick, nciht aus Vorbehalten gegenüber der Sexualtität, sonderna aus Erfahrung mit Promiskuität. Korinth war ein einziges Bordell. Das wird in Tarsus nicht viel anders gewesen sein. Und in der multikulturellen ersten Christenheit wird es ein elementares Bedürfnis gewesen sein, die unterschiedlichen Sexualkulturen von Juden und Griechen, Sklaven und Freien etc. unter einen Hut zu bringen.
M. a. W.: was wir gerade erleben, setzt uns in mancher Hinsicht in die Antike zurück: Sexualtität wird polymorph. Was das für uns bedeutet? DAss uns auch hier ein Gebiet zuwächst, wie die Medien, für das einzelne trainiert werden muss, Entscheidungen zu finden und zu kommunizieren. WEr seine eigene Sexualtität nicht kennt, wird nicht in der Lage sein, auf dem Markt (und das genau entsteht gerade) zu reüssieren. Gerade weil die Enthemmung der Sexualität gerade einen deutlichen weitern Schub macht, wird Reden immer wichtiger. Sonst kann es zu bösen Überraschungen kommen. Wir brauchen also eine Sexualmoral, die Formen behutsamer Kommunikation, sensibler Sprache und einfühlsamer Regeln erstellt. Die Zeit der Verbote ist vorbei.Dazu passt auch, dass jetzt ein drittes Geschlecht auf amtlichen Formularen auftaucht. DAs betrifft eine extreme Minderheit, von deren Existenz die meisten Menschen sicherlich von 50 oder 70 Jahren nicht wußten und auch nicht wissen wollten.Interessant auch, was unter diesem Aspekt gerade in Russland vor sich geht: Angst vor der neuen Normalität. Dabei reden wir - auch in Russland - von verschwindenden Minderheiten.
Montag, 19. August 2013
Kooperation-Fusion
Im Moment sind ja in fast allen Kirchen auf fast allen Ebenen entweder Fusionen oder Kooperationen auf dem Weg. Für einen Text zum Thema habe ich folgende einfache Erkenntnis zu Grunde gelegt:
Fusionen schaffen neue Identitäten unter Aufgabe von Alten Identitäten.
Kooperationen schärfen Identitäten unter Gewinn von neuer Identität.
Das Risiko von Fusionen ist, dass es nicht dazu kommt, das Beste aus allen Welten zu retten, sondern dass ein Misch-masch entsteht, mit dem sich niemand wirklich identifizieren kann. Dann braucht es mehr als eine Generation, bis das enstandene Gebilde akzeptiert ist und zum Leben erweckt werden kann.
Das Risiko von Kooperationen heißt Doppelstrukturen und Asymetrie. Doppelstrukturen entstehen, wenn keine Kompromisse gefunden werden, die Stellen und Arbeitsbereiche betreffen und man tatsächlich weniger kooperiert, als nebeneinander her arbeitet. Asymetrie ist die eigentliche Gefahr bei Kooperationen: wenn der finanz-oder personalstärkere Partner bestimmt.
Gleichwohl: ein einer Gesellschaft wie die, wir jetzt erleben, polykkomplex, multilateral, pluralistisch und funktional hochdifferenziert wird nur überleben, wer sich auf eine der beiden Formen von Organisationsverdichtung einlässt.
Die meisten Einheit sind entweder zu klein, zu wenig differenziert oder in einer feindlichen Umwelt angesiedelt. Das gilt vor allem auf Gemeindeebene. Hier werden wesentliche Aufgaben der Gemeindearbiet nicht mehr anders zu erledigen sein. Oder man trennt sich von dem in der Mitte des 20. Jahrhunderts entstandenen Bild der Gemeindearbeit (was mein heimlicher Favorit ist: wir verschwenden zu viele REssourcen auf SAchen, die andere besser, billiger und schneller können).
Fusionen schaffen neue Identitäten unter Aufgabe von Alten Identitäten.
Kooperationen schärfen Identitäten unter Gewinn von neuer Identität.
Das Risiko von Fusionen ist, dass es nicht dazu kommt, das Beste aus allen Welten zu retten, sondern dass ein Misch-masch entsteht, mit dem sich niemand wirklich identifizieren kann. Dann braucht es mehr als eine Generation, bis das enstandene Gebilde akzeptiert ist und zum Leben erweckt werden kann.
Das Risiko von Kooperationen heißt Doppelstrukturen und Asymetrie. Doppelstrukturen entstehen, wenn keine Kompromisse gefunden werden, die Stellen und Arbeitsbereiche betreffen und man tatsächlich weniger kooperiert, als nebeneinander her arbeitet. Asymetrie ist die eigentliche Gefahr bei Kooperationen: wenn der finanz-oder personalstärkere Partner bestimmt.
Gleichwohl: ein einer Gesellschaft wie die, wir jetzt erleben, polykkomplex, multilateral, pluralistisch und funktional hochdifferenziert wird nur überleben, wer sich auf eine der beiden Formen von Organisationsverdichtung einlässt.
Die meisten Einheit sind entweder zu klein, zu wenig differenziert oder in einer feindlichen Umwelt angesiedelt. Das gilt vor allem auf Gemeindeebene. Hier werden wesentliche Aufgaben der Gemeindearbiet nicht mehr anders zu erledigen sein. Oder man trennt sich von dem in der Mitte des 20. Jahrhunderts entstandenen Bild der Gemeindearbeit (was mein heimlicher Favorit ist: wir verschwenden zu viele REssourcen auf SAchen, die andere besser, billiger und schneller können).
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