Im Moment sind ja in fast allen Kirchen auf fast allen Ebenen entweder Fusionen oder Kooperationen auf dem Weg. Für einen Text zum Thema habe ich folgende einfache Erkenntnis zu Grunde gelegt:
Fusionen schaffen neue Identitäten unter Aufgabe von Alten Identitäten.
Kooperationen schärfen Identitäten unter Gewinn von neuer Identität.
Das Risiko von Fusionen ist, dass es nicht dazu kommt, das Beste aus allen Welten zu retten, sondern dass ein Misch-masch entsteht, mit dem sich niemand wirklich identifizieren kann. Dann braucht es mehr als eine Generation, bis das enstandene Gebilde akzeptiert ist und zum Leben erweckt werden kann.
Das Risiko von Kooperationen heißt Doppelstrukturen und Asymetrie. Doppelstrukturen entstehen, wenn keine Kompromisse gefunden werden, die Stellen und Arbeitsbereiche betreffen und man tatsächlich weniger kooperiert, als nebeneinander her arbeitet. Asymetrie ist die eigentliche Gefahr bei Kooperationen: wenn der finanz-oder personalstärkere Partner bestimmt.
Gleichwohl: ein einer Gesellschaft wie die, wir jetzt erleben, polykkomplex, multilateral, pluralistisch und funktional hochdifferenziert wird nur überleben, wer sich auf eine der beiden Formen von Organisationsverdichtung einlässt.
Die meisten Einheit sind entweder zu klein, zu wenig differenziert oder in einer feindlichen Umwelt angesiedelt. Das gilt vor allem auf Gemeindeebene. Hier werden wesentliche Aufgaben der Gemeindearbiet nicht mehr anders zu erledigen sein. Oder man trennt sich von dem in der Mitte des 20. Jahrhunderts entstandenen Bild der Gemeindearbeit (was mein heimlicher Favorit ist: wir verschwenden zu viele REssourcen auf SAchen, die andere besser, billiger und schneller können).
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