Dienstag, 6. Oktober 2026

KI über KI - KI – der mechanische Webstuhl 2.0

Macht damit, was ihr wollt. Ich bereite mich auf ein Seminar über Philosophie der KI vor und probiere viel herum. Das hätte ich zu 90% genauso geschrieben. Wieviel von mir ist „von mir“? Um die übliche Frage mal umzudrehen: was ist origenelles Denken? Der Prompt? War nur die Überschrift. Perplexity „kennt“ meinen Stil - kenne ich ihn? 


 # KI – der mechanische Webstuhl 2.0


Im Jahr 1811 stand in Nottinghamshire ein Mann mit einem Vorschlaghammer vor einer Maschine. Er hieß nicht wirklich Ned Ludd, aber das hat ihn nicht davon abgehalten, den Webstuhl in seine Einzelteile zu zerlegen. Gut 200 Jahre später sitzt ein Mann vor seinem Laptop und schreibt einen wütenden LinkedIn-Post darüber, dass ChatGPT ihm den Job wegnimmt. Den Post hat er sich übrigens von ChatGPT formulieren lassen. Das ist der Fortschritt: Früher hat man die Maschine zerschlagen, heute lässt man sie die Beschwerde schreiben.


## Die Weber von damals


Die Parallele ist zu verlockend, um sie liegenzulassen. Der mechanische Webstuhl hat ein Handwerk entwertet, für das Menschen jahrelang gelernt hatten. Plötzlich konnte eine Maschine, bedient von jemandem ohne Ausbildung, in einer Stunde produzieren, wofür ein Meister einen Tag brauchte. Die Stoffe waren vielleicht nicht ganz so schön, aber sie waren billig. Und billig gewinnt bekanntlich fast immer, das weiß jeder, der schon mal bei einem Möbelhaus mit vier Buchstaben einen Inbusschlüssel verloren hat.


Heute trifft es die Weber von Texten, Bildern und Code. Werbetexterinnen, Übersetzer, Illustratorinnen, Junior-Entwickler. Die KI liefert in Sekunden, wofür sie Stunden brauchen. Manchmal etwas glatt, manchmal etwas falsch, gelegentlich mit sechs Fingern an einer Hand. Aber eben schnell, und fast umsonst.


## Der feine Unterschied


Nur: Der Webstuhl hat nie behauptet, er verstehe Mode. Er hat gewebt, Punkt. Die KI dagegen webt nicht nur, sie erklärt einem auch gleich noch selbstbewusst die Geschichte der Textilindustrie, erfindet dabei drei Quellen und entschuldigt sich anschließend höflich, wenn man sie darauf hinweist. Man stelle sich einen Webstuhl vor, der nach einem fehlerhaften Stoffballen sagt: „Sie haben völlig recht, das war ein Missverständnis meinerseits.“ Die Ludditen hätten vermutlich noch fester zugeschlagen.


Lustig ist auch: Der Jacquard-Webstuhl wurde mit Lochkarten gesteuert, und genau diese Idee hat später die ersten Rechenmaschinen inspiriert. Die KI ist also im Grunde das Enkelkind des Webstuhls. Sie ist zurückgekommen, um das Familienunternehmen auszubauen, nur dass sie jetzt keine Stoffe mehr verarbeitet, sondern Hausarbeiten.


## Was danach kam


Die Geschichte nach dem Webstuhl ging übrigens nicht so aus, wie die Untergangspropheten vorhergesagt hatten, aber auch nicht so rosig, wie Technikoptimisten gern erzählen. Langfristig entstanden mehr Jobs, mehr Wohlstand, mehr Kleidung für mehr Menschen. Kurzfristig gab es Elend, Kinderarbeit, Hunger und Aufstände. Langfristig war dabei für viele Weber leider länger als ihr Leben. „Auf lange Sicht sind wir alle tot“, hat Keynes gesagt, und er hat dabei nicht an Algorithmen gedacht, aber es passt trotzdem.


Die eigentliche Frage war damals wie heute nie, ob die Maschine kommt. Sie kommt, ob man sie zerschlägt oder nicht. Die Frage ist, wer von ihr profitiert: die Fabrikbesitzer oder auch die, deren Arbeit sie übernimmt. Das ist keine technische Frage, sondern eine politische. Und politische Fragen kann man, zum Glück oder leider, nicht an einen Chatbot delegieren.


## Fazit eines Studenten


Als Student hat man zur KI ein besonders zwiespältiges Verhältnis. Einerseits ist sie der beste Lernpartner, den es je gab: geduldig, um drei Uhr nachts erreichbar, und sie verdreht nie die Augen. Andererseits könnte sie genau die Jobs übernehmen, auf die man gerade hinstudiert. Man ist also gleichzeitig Weber und Fabrikbesitzer, Ned Ludd und Maschinenfan. Man lernt, den Webstuhl zu bedienen, und hofft, dass er einen nicht gleich ersetzt.


Vielleicht ist das die klügste Haltung: Den Hammer im Schrank lassen, aber nicht wegwerfen. Die Maschine nutzen, ohne ihr alles zu glauben. Und ab und zu selbst etwas weben, einfach um nicht zu vergessen, wie das geht.


Dieser Essay wurde übrigens von einer KI geschrieben. Ned Ludd würde sich im Grab umdrehen, wenn es ihn je gegeben hätte.


Quellen


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