Montag, 23. Februar 2026

Hasardeure des schnellen Todes

Ich glaube, die meisten Menschen stellen sich den Weltuntergang als eine plötzlich eskalierende Katastrophe vor, bei der man, wenn man Glück hat, irgendwie gleich tot ist. 

Und deswegen wünschen sie sich das oder nehmen es hin. Weil sich Widerstand nicht lohnt, und weil bei nicht wenigen Menschen der Lebenswille nicht so hoch ist, wie man denken sollte, sondern eher eine gewisse Grundresignation vorhanden ist. 

Das ist ja einer der Gründe, warum Religion immer auch ein Gebot zum Lebenmüssen enthält, implizit oder explizit. Menschen sind lebensmüde, und das ziemlich schnell, und sie sind es, paradoxerweise, um so mehr, wenn es ihnen gut geht. Weil jede Einschränkung des Lebens  bedrohlich wird, wenn es dir gut geht, und sei es die plötzliche Knappheit von Klopapier. 

Sie unterschätzen damit natürlich den faktischen Willen zum Leben, den jeder kennt, der schon einmal in tatsächlicher, in realer Todesnähe war, durch Krankheit oder Unfall. 

Tatsächlich aber würden überraschend viele Menschen sagen, dass die keine Angst vor dem Tod haben (weil sie ihn faktisch nicht kennen), aber Angst vor dem Sterben (weil es wehtut). Die Vorstellung nun, die Welt würde in einem Ruck vergehen, macht den Weltuntergang nicht nur erträglich, sondern sogar wünschenswert. Es ist sozusagen die ins historisch-kosmologische gewendete Vorstellung von sanften Tod des "einfach Einschlafens". Die Vorstellung der katastrophischen Apokalypse "in einem Nu" ist tief im westlich-europäisch-christlichen Erbe als Verheißung verankert (1. Kor 15, das Drehbuch der Endzeit). 

Ein Irrtum, und zwar ein grotesker. Tatsächlich sterben wir in der Regel langsam und mit Bewusstsein, der schnelle Tod, der so schnell ist, dass man ihn nicht mitbekommt, ist eher die Ausnahme. Es spielt auch letztlich keine Rolle.  Die Selbsttäuschung ist so oder so da. 

Aber der Klimatod bzw. der atomare Fallout nach einem Atomwaffeneinsatz werden entsetzlich und quälend langsam sein, es wird ein elendes Verrecken. Vielleicht sollte man das deutlicher machen, damit die fröhlichen Apokalyptiker stummgestellt werden und der Zynismus des fröhlichen Tanzes auf dem Vulkan sein Ende findet. Solange die Masse der Menschen denkt, dass sie irgendwie glimpflich davonkommt, wird kein Heizungsgesetz der Welt, das diesen Namen verdient, eine Chance haben. Aber alle Hasadeure des schnellen Todes schon. Ich bin kein Freund davon, mit dem Schrecken zu hantieren. Aber den Hasardeuren des schnellen Todes sollte man sehr deutlich vor Augen malen, dass auch sie nicht davon kommen werden.

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