Sonntag, 2. Juni 2024

Dekonstruktion: Allmacht

 Der Dreh in der christlich-trinitarischen Rede von „Allmacht“: Sie kann nur sinnvoll als die Macht beschrieben werden, die sich selbst begrenzen kann in der innertrinitarischen Gewaltenteilung. „Alllmacht“  ist geteilte Macht und so beherrschte Macht. Und damit das Gegenteil der sonst mit diesem Begriff beschriebenen Omnipotenz. „Allmacht“ dekonstruiert Omnipotenz. Gerade dort, wo christliche Theologie besonders abstrakt und „lebensfern“ erscheint, ist sie besonders konkret, weil sie countercultural ist. (Sofern man keinen Theorie/Praxis-Fetisch hat. Dann wirds blöd). Was aber auch dazugehört (und z.B. bei Paulus entscheidend ist: zur Macht gehört auch Lernfähigkeit. D.h. auch die „Allwissenheit“ Gottes ist nur sonzu denken, dass sie ein Wissen um die Wissbarkeit ist und nicht einfach nur die Kenntnis von allem, was der Fall ist und der Fall sein könnte. Auch für Gott gabelt sich mit jeder Entscheidung ein Universum. (Während die Dummheit keine Alternative kennt, weil sie nicht weiss, was das Nichtwissbare bist). Gott ist nicht nur kein „Caesar mit Keule“(Liesendahl), er ist auch kein Klugscheisser mit universaler Wikipedia. Trinität beschreibt nicht nur die göttliche Gewaltenteilung, sonder auch den unendlich offenen Lernprozess (das eigentliche Geheimnis der Inkarnation). Denkt man nun die Allgüte Gottes als ultimativer Wille zur Freiheit des Anderen…

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