mantras sind seit je eine der wichtigsten ausdrucksformen von religion gewesen, elementar, rhythmisch, endlos, litaneien. ständiges aussprechen übertönt die stille des unaussprechlichen. rhythmus schafft die illusion strukturierte zeit und strukturierten klanges. vielleicht die urmusikerfahrung, die mutter, die in den schlaf singt, der jäger, der seine angst besingt. gebet ist inbrunst, die ek-stase. darum die idee, maschinen beten zu lassen. kerzen, mühlen, mönche. die idee, maschinen zur hilfe zu nehmen, rosenkranz, abzählmaschinen aller art, maschinen, die zeit zu manipulieren, ein nunc stans zu erzeugen, das heilige durch rhythmus zu bannen und zu berechnen (computus: der osterkalender). das hat immer auch etwas von tanz, mikrosmisch. ich habe, als schmiedesohn, als technikbegeisterter, maschinen immer auch von dieser tänzerischen, mantrischen seite erlebt. mit lego zahnrädern ließen sich wundervolle repetierapparate bauen. versinken konnte ich im takt der maschinen in der brotfabrik, in der ich lange jahre gearbeitet habe, als studetn. dampfmaschinen, vor allem die ventilgesteuerten, waren ein lieblingsspielzeug, wie genial, den stoß via excenter in eine drehbewegung zu verwandeln, das feuer zu bannen und in den dienst zu nehmen, stahlgebete.
ich konnte mich davon gar nicht lösen: ballet mechanique, maschinenmantra. purer rhythmus, der durch seine schnelligkeit zu lärm wird, zu krach. diese motoren in der austellung laufen ja mit einem hundertstel ihrer eigentlichen laufzeit, synchronisiert mit den Gebeten, die man von band hört. dass die sternmotoren zugleich als sie erfunden worden sind, auch maschinengewehre so steuerten, dass sie durch den propeller schießen und also das flugzeug zu einem tödlichen körperteil des piloten machten, gibt dem, nach dem raum über das reparieren im zwehrenturm, noch etwas beklemmendes. wer je in dunkler, nasser nacht, voller stalldrang, hinter scheibenwischern sass, wird das stille gebet dieser insektoiden gesalten kennen, maschinenmantra: bittet für mich!
ich liebe solche simplen, kraftvollen ideen. die frage aller fragen, ob das kunst stellt sich nicht nur nicht, sie offenbart sich in ihrer beschränktheit vor dem werk. Da werde ich öfter hingehen. vor allem - wenn man einen raum weitergeht....und da muss ich dann eine ungeheuerliche geschichte erzählen, die sich genau in diesem raum abspielte.
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