Ich gelte als guter Prediger, sogar bei Konfirmanden. Hat sich das irgendwie auf den Gottesdienstbesuch ausgewirkt? Nein. Die, die kamen, kamen gerne und wurden selten enttäuscht.
Aber „Ausstrahlung“? Null. So funktioniert es nicht. Vielleicht hat das „gute Predigen“ Abwanderung verhindert. Aber Zuwachs gab es keinen.
(Es wurden Predigten gerühmt, für die ich mich tagelang geschämt habe. Es wurden Predigten sehr kritisch angegangen, die ich für sehr gelungen hielt. Ich habe immer streng theologisch gepredigt und mich in vielen nicht an die „Regeln“ der Homiletik gehalten. Spielte keine Rolle. Am Ende war es kedesmal neu. Und deswegen ist es das, was mich am meisten erfüllt und wohl auch das, was ich am besten kann. Insofern bedauere ich sehr, dass die Predigt so in Misskredit geraten ist bei vielen, vor allem auch die theologisch anspruchsvolle. Ob das wirklich im Sinne derer ist, die in den Gottesdienst gehen? Ich habe viel Klagen über kitschige, banale und vor allem anbiedernde Predigten gehört. Überprüfen kann ich das nicht.