Samstag, 1. Juni 2024

Fazit: Predigt

 Ich gelte als guter Prediger, sogar bei Konfirmanden. Hat sich das irgendwie auf den Gottesdienstbesuch ausgewirkt? Nein. Die, die kamen, kamen gerne und wurden selten enttäuscht. 

Aber „Ausstrahlung“? Null. So funktioniert es nicht. Vielleicht hat das „gute Predigen“ Abwanderung verhindert. Aber Zuwachs gab es keinen.

(Es wurden Predigten gerühmt, für die ich mich tagelang geschämt habe. Es wurden Predigten sehr kritisch angegangen, die ich für sehr gelungen hielt. Ich habe immer streng theologisch gepredigt und mich in vielen nicht an die „Regeln“ der Homiletik gehalten. Spielte keine Rolle. Am Ende war es kedesmal neu. Und deswegen ist es das, was mich am meisten erfüllt und wohl auch das, was ich am besten kann. Insofern bedauere ich sehr, dass die Predigt so in Misskredit geraten ist bei vielen, vor allem auch die theologisch anspruchsvolle. Ob das wirklich im Sinne derer ist, die in den Gottesdienst gehen? Ich habe viel Klagen über kitschige, banale und vor allem anbiedernde Predigten gehört. Überprüfen kann ich das nicht. 

Fazit: Teamwork.

 Ich kann der Erkenntnis nicht ausweichen, dass meine gelungenen Projekte Einzelaktionen (mit Unterstützung) waren. Richtig schief gelaufen sind nur Teamprojekte. Und vor allem die, wo ich von Anfang an das Gefühl hatte, dass sie als Teamprojekte nicht taugen. Ich halte „Teamwork“ inzwischen für einen ideologischen Begriff, der sich völlig verselbsständigt hat. Ich habe zuviel Zeit und Energie daran verschwendet, anstatt ein Sensorium dafür zu entwickeln, was im Team (oder sogar nur im Tean) geht und was nicht. 

Freitag, 31. Mai 2024

SM und Kirche

Social media,Internetforen und Co. machen sichtbar 

1. Wie Menschen tatsächlich denken

2. Wie die ausdrücken, was sie denken

3. wie sie auf anderes denken reagieren

4. und wie wenig Einblick die meisten Menschen haben in das, was tatsächlich der Fall ist

5. und wie wenig sie das oft wahrnehmen. 


Wir sollten das bei Frage nach der Ursache schwindender Mitgliederzahlen viel stärker bedenken. 

Montag, 27. Mai 2024

Shoah und Bedeutung

 Jedes Wort, dass wir sprechen, verweist auf die Shoa, wie die Wörter vorher auf das „Sein“ verwiesen. Die Vernichtung ist der wahre unausgesprochene Sinn, der tiefer liegt als das Begehren. Was vordem „Sünde“ hiess und alles befleckte, heisst nun industrielle Vernichtung der Anderen - und wie harmlos war die Sünde als Begehren gedacht!

Da jede und jede des Anderen Anderer sind, kann sich niemand entziehen. Gott als Leben zu denken, ist schon der radikalste Gedanke. Hinter dem kategorischen Imperativ steht der kategorische Genozid , der immer mitgedacht werden muss als das tiefste Menschenmögliche, gegen das jede Ethik das Zweite ist, gescheitert schon Ansatz. Bei denen, die gar nicht denken, bricht es nach oben, ungefiltert und entlarvt die grausame Wahrheit: anima naturaliter faschistica. Der Hitlergruss im Suff ist wahrer als jede Umarmung. Der Genozid an den Juden war nicht der erste und wird der letzte nicht sein. Aber er ist kategorial das reine Grauen, die grösste Niederlage Gottes. In jedem Wort, das wir sprechen, ist er mitgemeint, es gibt kein Zurück. Und wir können nicht schweigen,  denn im Schweigen wird alles nur lauter. Es ist unfassbar, wss den Nazis gelang: Zerstörung bis in die tiefsten Schichten von Grammatik und Semantik. Der zweite Turmbau, der Turmbau des Grauens. Die Shoah ist die schlechthinnige Inschrift.  

Dienstag, 21. Mai 2024

Komplexitätsparadox

 Religion reduziert Komplexität, Glaube steigert Komplexität. 

Montag, 20. Mai 2024

Expertisen-paradox

 Du brauchst Expertise, um Expertise zu erkennen. (Irgendwie die Umkehrung bzw. Inversion des Dunning-Kruger-Effektes, dass Dummheit nicht weiß, dass sie dumm ist). 

Samstag, 4. Mai 2024

Dawn

 Die Situation der Kirche: Pferdehändler anno 1920.