Mittwoch, 12. Februar 2025

Falschbildung

 Durch die Ereignisse in den USA und was man dazu alles so lesen kann in den Social Media, ist mir ein Begriff in den Sinn gekommen, den ich vorher noch nicht kannte.

Ein bisschen arrogant und überheblich wird ja gerne mit dem Begriff der „Bildung“ umgegangen und seinem Gegenbegriff der „Unbildung“. Dazu ließe sich viel sagen. Mir ist schon sehr bewusst, wie schwierig beide Begriffe sind und vor allem die Entgegensetzung, es stellt sich die Frage der Standards. Die Debatte ist mir geläufig. Und dennoch:   In den letzten Jahren hat sich etwas etabliert, was ich „Falschbildung“ nennen möchte, denn es geht nicht nur darum, dass man Dinge nicht weiß, Zusammenhänge nicht kennt und bestimmte kulturelle Techniken nicht trainiert hat, sondern dass man es falsch macht und falsch gelernt hat und falsch weitergibt. Ich weiß natürlich, dass auch die Unterscheidung von „richtig“ und „falsch“ nicht unproblematisch ist. Dennoch: Was mir in vielen Posts, Artikeln, Stellungnahmen usw. in den Social Media begegnet, zeigt ein Maß an Verwirrung auf fast allen Ebenen, dass man nicht mehr sagen kann es sei „Unbildung“ sondern eben „Falschbildung“, der Habitus der „Fake-News“, nur dass es um mehr als um News geht. Es ist auch nicht einfach ideologische Verengung.  Es ist ein bisschen wie der Zwiesprech bei Orwell. Nur fürchte ich, dass das sehr viel tiefer geht. Mir macht das große Sorge, denn es ist von der Aufklärung her gedacht, zu der ich ja durchaus ein dialektisches Verhältnis habe, eine Verdunkelung.


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