In Deutschland war der Protestantismus immer ein Eliteprojekt. Der Verlust der Intellektuellen, der Industriellen und der politischen Menschen ist sein Niedergang. Ob einem das gefällt oder nicht: diese Tradition ist mit der jetzt noch lebenden Generation beendet. Das führt dazu, dass das kleinbürgerlich-ressentimentgeladene Element, das auch immer stark war in ihm, aber quasi in Schach gehalten wurde, nun sein mainstream wird, der, immer mit einem antielitären und antiintellektuellen Unterton, an seinen Rändern fundamentalistisch oder „woke“ wird, auf jeden Fall aber penetrant und oft geschmacklos und unfreiwillig komisch. Der Protestantismus hat keineswegs „die Mitte der Gesellschaft“ verloren. Er steht mitten drin. Nur, dass das womöglich im Moment kein wirklich guter Ort ist, möglicherweise hausen dort sehr böse Geister, die die Kinder des Lichtes, wie so oft, unterschätzen.
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