Donnerstag, 8. Februar 2024

Cuius regio

 Hätte man 1918 die „Landeskirchen“ als das begriffen, was eine evangelische Kirchen einzig sein kann: eine Verwaltungseinheit, anstatt auf die seit 1555 geltende Verschränkung von Konfession und Terrotorium zu setzen und sich damit den (schon damals überholten) grossidentitären Irssinnigkeit ausgesetzt - es wäre uns viel Klerikalismus (inklusive evangelischer Bischöfe als Verwaltungsspitzen(!!!) erspart geblieben. Wir räumen dem - auch theologisch!- immer noch hinterher. Mental sind wir noch sehr im landesherrlichen Kirchenregiment gefangen - bis hin zum vom Untertanenmodell geprägten behördlichen Charakter, der von modernen Service-unternehmen oder anderen NGO-Organisationsformen ein Universum weit entfernt ist. Die Forum-Studie rührt an die Tiefen unserer Organisationsgeschichte, bei der aber theologischerseits grosse Sprachlosigkeit herrscht. Die Kirche hatte eben keinen Luhmann oder Habermas.  Wie sie keinen Wittgenstein und keinen Foucault hatte. Sie sieht sich nicht angemessen, sondern nutzt Beschreibungsmodi aus dem 16.Jahrhundert, gemischt mit Kanzleidenken und einer gewissen schwärmerischen Frömmigkeit, die das alles zudem nicht für nötig hält und sich an den (vermeintlichen!) Wanderradikalen des 1. Jahrhunderts orientiert. Der Preis dafür?? Organisationale Sprachlosigkeit und Teilblindheit: Verantwortungsdiffusion“. 

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