Schikaneder hätte die Zauberflöte gern „Maschinenmärchen“ bzw. „Maschinenkomödie“ genannt. Das Theater ist einer der wichtigsten Ursprünge der Maschine - aber die Maschine ist dem Maschinenzeitalter irgendwie peinlich. Man stelle sich vor, die Zauberflöte hätte heute tatsächlich diesen Untertitel, der ja eine Gattungsbezeichnung ist und das Maschinell-illusionäre und Ingenieurhaft-artifizielle betont. Möglicherweise wäre der ganze Gallimathias um die „Freimaurerei“ rund um die Zauberflöte gar nicht erst aufgekommen und der Aspekt, dass der Text und die Musik der Illusions-Maschine dienen, viel deutlicher (nicht nur Wagner komponiert faktisch Filmmusik. JEDE Oper ist das.)
Maschinen-Märchen: für kitschverseuchte „Grimm-Welt“-Bewohner und Werbungs-intoxierte Unmittelbarkeits-Romantiker ein hölzernes Eisen. Im verlogenen Kitsch der Kulturindustrie, die ihr rein Maschinelles ja auch erfolgreich verschleiert, schwer auszudenken (Popmusik ist in der Substanz Maschinenmusik). Der Kitsch verlangt die Lüge der unmittelbaren Körperlichkeit, die Maschine ist eher so eine Art illegitimes Doping. Es ist an Verblendung und schierer Torheit kaum zu überbieten.
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