Samstag, 27. Januar 2024

Heimweh

 Nachdem ich über Jahre faktisch jeden Samstag in Eschwege war, fahre ich heute das erste Mal seit über einem halben Jahr mal wieder nach Eschwege. Vorlaufendes Heimweh des von dort wieder Aufbrechenmüssens. Heimweh kennt nur, wer Heimweh kennt, und wer es wirklich kennt, weiss, dass auch die „Heimat“ das Heimweh nicht stillen kann, weil es gar nicht um einen Ort geht, sondern um eine unaufsuchbare Zeit. Gleichwohl: die sanfte Ebene des Werratals und die geschwungene Linie der sie umgebenden Berge trösten als Verweis auf einen Ort, wo es keine Traurigkeit mehr gibt, nur reines Dasein. 


Dass ich heimfahre, um dort gegen Rechtsradikalismus zu demonstrieren, am 27. Januar, ist schon bitter. Aber ich hatte schon in meiner Jugend mit „Neo“-Nazis (die eben gar nicht „neo“ sind) zu tun. Diese dummen Menschen zerstören gerade, was sie in Wahrheit nämlich überhaupt nicht lieben, weil sie voller Selbstekel stecken: Heimat. Nationalismus macht Heimat unbewohnbar. 

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