Christliche Theologie ist Christologie. Das ist kein Postulat, das ist ein Axiom. Denn was soll Theologie anderes sein als argumentierende Selbstentfaltung der christlichen Glaubensweise - und also Weitersprechung der „Schrift“, mit sich Gott als Narrativ in die Narrative eingeschrieben hat? Das ist, was Menschen von christlicher Theologie erwarten. Wird diese Erwartung nicht erfüllt, wird Theologie irrelevant und Kirche für Glaubensfragen unzuständig. Nicht die Kirche verliert an „Relevanz“ (sonst wären die Mitglieder ja nicht mehr dabei), sondern das, was Kirche zu Kirche macht: der Glaube - vor allem dann, wenn er nur noch als dünne Explikation moralischer Standpunkte daherkommt, die sich genau so gut auch ohne Glauben begründen lassen. Theologie deutet die Welt von Christus her - sie verortet. Denn Ortlosigkeit ist das signum der Moderne - und ihre Wunde. Wo bin ich? Ist die Frage. In Christus ist die Antwort. Wer sie nur als Formel geben kann ist freilich verloren. Hier zeigt sich, dass Rahners Diktum, dass nur ein mystisches Christentum überleben wird, in seiner ganzen Trageweite - wenn man mystisch nicht mit mystriöse verwechselt. Und gemau dafür braucht es Theologie. Am ende ist sie schlicht das intellektuelle Bollwerk gegen den esoterischen Mystizismus von Fundamentalismus und schwiemeliger Anthropologie.
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