Adornos Schnöselhaftigkeit hat mich immer so abgestossen, dass ich seiner Rede von der Kulturindustrie immer misstraute. Zu Unrecht, wie ich allmählich begreife. Von der Popkultur, die wegen ihres Bezuges zur „Masse“ notwendig einen totalitären, wenn nicht gar faschistoiden Zug hat, ist keine Innovation zu erwarten. Und auch die „Indipendent-Kultur“ lebt ja, als Alternative, von ihr, was sie trivial macht (nicht unbedingt banal - ich sage nicht, dass es schlechte Kunst ist). Wirkliche Impulse kommen tatsächlich nur aus der sog. „Hochkultur“ (ein sehr deutsches, sehr ressentimentgeladenes Wort), will meinen, aus einer Kunst, die nur als Kunst exisitiert. So wie die meisten technischen Innovationen dort entstehen, wo Technik um ihrer selbst willen betrieben wird: „Weil wir es können“. Imsofern bin ich kein „Kulturpessimist“, wenn ich immer wieder lakonsich feststelle, dass mich die Popkultur einfach kalt lässt, bei aller Bewunderung eines Genies wie Lady Gaga oder Carl Barks.
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