Donnerstag, 16. November 2023

Wirklich

 Meine Erfahrung: mit einem Drittel meiner Wahrnehmungen und Deutungen von „Welt“ liege ich soweit richtig, dass die daraus folgenden Handlungen oder Ereignisse sinnvoll bzw, erfolgreich sind. Ein Drittel sind zumindest nicht so falsch, dass aus ihnen Ereignisse und Handlungen folgen, die ich rekonstruieren kann, auch wenn ich erstaunt oder verunsichert bin. Mit einem Drittel liege ich völlig daneben, es geschehen rätselhafte Dinge. D.h. einen konsistenten Wahrheitsanspruch (Anspruch, nicht Behauptung!) kann ich von vornherein überhaupt nur auf einen geringen Teil meiner Wahrnehmungen und Aussagen geltend machen. Jedes Wort, jeder Satz ist ein Experiment, dass mit 66%er Wahrscheinlichkeit nicht verifizierbar sein wird. Evolutionär scheint das zu reichen, um als Individuum den Fortbestand der Gattung zu sichern. Für die Welt, die wir uns gebaut haben, reicht das nicht. Ich komme in meiner Nische gerade so durch  mit dem einen Drittel, das halbwegs hinhaut. 


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