Immer deutlicher und klarer wird mir, dass ein Theologiestudium ohne definiertes philosophisches und linguistisches Curriculum ins Abseits führt.
Nur dieses beiden Disziplinen können ein Gegengewicht zur Moralisierung und, fataler noch, Allegorisierung der Theologie bieten. Sie werden natürlich Bullshit nicht verhindern, aber sie geben Werkzeuge in die Hand, ihn zu erkennen.
Nicht zuvörderst bei Anderen - bei sich selbst. Als mittel der methodischen Selbstprüfung. DIE habe ich nämlich dort gelernt und nicht an den theologischen Fakultäten.
(Einzige wirkliche Ausnahme: Prof. Hans-Georg Geyer in Göttingen und Dieter Henke in Tübingen.)
Ich sehe mit einem gewissen Befremden, wie bramarbasierender Schlendrian und amateurhaftes Emo-Gefasel unter dem halbverstandenem Buzzwort „Narrativität“ legitimiert wird.
Das ist mir in der Debatte um die Kirchentagspredigt und bei der täglichen Surfstunde durch kirchliche Accounts immer deutlicher vor Augen: methodisches Denken ist gerade nicht so angesagt.
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