Darwin gehört neben Freud zu den großen Missverstandenen, und dass gerade die Theoloie sich als zu dumm erwies, zu begreifen, was er herausfand, ist ein großer Schmerz. Ich glaube, das ist die größte Blamage der Theologie überhaupt seit der Ablasstheologie des 15. Jahrhunderts. Und hat viel zu ihrer Deplausibilisierung beigetragen: ausgerechnet zum zentralen Phänomen des Lebens konnte sie nicht substantielles mehr sagen. Und so hat dann die Evolutionsbiologie die Theologie als Leitwissenschaft beerbt - vor allem, seit sie sich in den 70/80er Jahren stärker auf den kooperativen Aspekt der Evolution konzentierte (Lynn Margulis). Ich hatte das, aus heutiger Sicht, schier unbegreifliche Glück, einen Biologielehrer im Leistungskurs gehabt zu haben, der absolut auf der Höhe der Zeit war und uns Evolution und Ökologie (1978/78!) als systemische Theorien nahebrachte (wie ich heute weiß). Sicherlich eine der Antworten auf das im Post „Entdeckung“ Gesagte. Jedenfalls ist deutlich, dass gerade aus der Evolutionsbiologie ethische Leitlinien für Kooperation und Kollaboration als Selektionsvorteil entwickelt werden, die plausibler sind als abstrakte theologische Ethiken, die in Gleichnissen spricht.
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