Donnerstag, 4. Mai 2023
Simples Gemüt
Ich liege in der Abendsonne auf der Hollywoodschaukel und alles, wirklich alles, ist gut.
Clear speaking
Einmal so klar auf den Punkt kommen können, vor allem bei dem Thema, Gänsehaut: https://www.instagram.com/reel/Cro5BSMLVvf/?igshid=YmMyMTA2M2Y=
Digitalpropheten
Die Klarheit, mit der z.B. ein Umberto Eco schon in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gesehen hat, dass Digitalität die Grundoperation jedes Zeichenprozesses (und damit der Kultur-Natur-Differenz überhaupt) ist, verblüfft mich immer wieder. (Z.B. Eco,Semiotik,5.Aufl. 1985, 224f).Dieses schlichte Faktum ist offensichtlich ähnlich kränkend wie die Fakten zur Evolution oder zum Klimawandel: das Bewusstesten als bloßes Epiphänomen. Wo wäre der Ort, dass theologisch zu bedenken? Sündenlehre? Jedenfalls nicht in der „Ethik“, die ja bekanntlich immer zu spät kommt.
Schreiben
Lange dachte ich, dass Schreiben mir gegen die Verdummung hilft, wie so eine Art Aufbautraining für die Denkmuskeln. Jetzt weiß sich: Es macht die eigene Dummheit nur sichtbar. Das dämpft meine Lust am Schreiben sehr. Ich habe da eigentlich immer weniger Lust zu. (Schön paradox, das aufzuschreiben).
Papas Biologie
Hinter der Rede von Ei und „Samen“ steckt immer noch die männliche Wunschvorstellung, ein komplettes eingefaltetes Wesen (eben einen Samen) in eine bloß aufnehmende und reproduzierende Erde zu legen. Erstaunlich, dass selbst Bei Feministinnen wie Margulis der Begriff „Samen“ verwendet wird. Männliche Keimzellen sind Pollen (im botanischen Sinne: sie enthalten nur einen halben Gensatz!). Möglicherweise ist diese biologische Kränkung der „zeugenden“ Männlichkeit so stark, dass sie nicht nach oben dringt. Und möglicherweise ängstigt das unbewusste Wissen, dass, schaut man sich Sexualität genauer an, man dem Tod ins Auge blickt. Der Tod des Individuums ist eine Folge der sexuellen Rekombination verschiedener halber Gensätze. Das genau ist nämlich ein Individuum. Das gibts nur bei Sexwesen: Tieren und Pflanzen. Liebe ist der Tod.
Erinnerung
Leben, so lese ich bei Lynn Margulis, ist Erinnerung, gespeichert in der DNA/RNA. Das beeindruckt mich noch mehr als Schrödingers „Leben ist Fressen von Ordnungen“. Denn mit Margulis Definition lässt sich sehr einfach sagen, was Bewusstsein ist: Leben mit Erwartung (als Extrapolation von Erinnerung, die als Erinnerung erinnert wird - für mich diese Schleife der Reflexion ein größeres und viel unverständlicheres Mysterium als die Reduplikationsschleife der DNA. Die „erinnert“ und fängt dabei den Zufall ein (Mutation) - das bleibt immer noch im regelhaft maschinellen. Aber Reflexion gestaltet und erzeugt Neues und fängt es nicht bloß ein. Wie kommt es dazu?
Randphänomen
Man muss sich klar machen, dass wir in einer Welt leben, in der Ayn Rand als Philosophin gilt.