Freitag, 31. Juli 2015

Ungehaltene Predigt über das Gleichnis von den anvetrauten Zentnern, oder vom Schalksknecht.

Ich sage es einfach mal so: das ist die Predigt, die ich eigentlich am Sonntag halten müsste. Aber das arbeitet noch zu sehr in mir. Darum hier. Aber....


Predigt

Mt 25,14-30

Von den anvertrauten Zentnern

14 Denn es ist wie mit einem Menschen, der außer Landes ging: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen sein Vermögen an; 15 dem einen gab er fünf Zentner Silber, dem andern zwei, dem dritten einen, [a]jedem nach seiner Tüchtigkeit, und zog fort.

16 Sogleich ging der hin, der fünf Zentner empfangen hatte, und handelte mit ihnen und gewann weitere fünf dazu. 17 Ebenso gewann der, der zwei Zentner empfangen hatte, zwei weitere dazu. 18 Der aber einen empfangen hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg das Geld seines Herrn.

 19 Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte und forderte Rechenschaft von ihnen. 20 Da trat herzu, der fünf Zentner empfangen hatte, und legte weitere fünf Zentner dazu und sprach: Herr, du hast mir fünf Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit weitere fünf Zentner gewonnen. 21 Da sprach sein Herr zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

22 Da trat auch herzu, der zwei Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, du hast mir zwei Zentner anvertraut; siehe da, ich habe damit zwei weitere gewonnen. 23 Sein Herr sprach zu ihm: Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein zu deines Herrn Freude!

 24 Da trat auch herzu, der einen Zentner empfangen hatte, und sprach: Herr, ich wusste, dass du ein harter Mann bist: Du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast; 25 und ich fürchtete mich, ging hin und verbarg deinen Zentner in der Erde. Siehe, da hast du das Deine. 26 Sein Herr aber antwortete und sprach zu ihm: Du böser und fauler Knecht! Wusstest du, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe? 27 Dann hättest du mein Geld zu den Wechslern bringen sollen, und wenn ich gekommen wäre, hätte ich das Meine wiederbekommen mit Zinsen. 28 Darum nehmt ihm den Zentner ab und gebt ihn dem, der zehn Zentner hat. 29 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.

30 Und den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein


Was sind wir für eine Kirche geworden! Was machen wir mit den anvertrauten Pfunden, mit den Talenten, die uns Gott gegeben hat? Jeder Dummkopf versteht doch sofort, dass dieses Gleichnis, das Jesus hier erzählt, keine Lobrede auf den Kapitalismus und gewissenslose Geschäftemacherei ist. Jeder, der auch nur einen Funken Verstand hat, wird zutiefst erschrecken und sich fragen: Bin ich aus so ein Schalksknecht, so ein ängstlicher und feiger Typ, der das, was ihm anvertraut wurde, vergräbt, anstatt daraus etwas zu machen? Und nun spricht Jesus doch zu seinen Jüngern, und seine Jünger: das ist doch der Keim der Kirche, das sind am Ende auch wir, wer sonst. Die, die draussen sind, brauchen das nicht zu hören. Wir sollen es hören! Macht was aus dem, was Euch anvertraut ist!

Aber was ist uns denn anvertraut? Dass wir als Kirche diese Frage schon stellen müssen, ist ein Armutszeugnis ohnegleichen. Was wird im Moment, wo uns die Felle wegschwimmen, nicht alles angeboten als unser Alleinstellungsmerkmal, als unser Kapital. Freiheit! Menschlichkeit! Eine alternative Form des Lebens! Zuwendung! und mein Lieblingsblödwort: Spiritualität, womit irgendeine fromme Gefühlsduselei gemeint ist, die im schlimmsten Falle von schierem Aberglauben nicht zu unterscheiden ist. Die Nächstenliebe! Als ob die nicht auch im Judentum, im Buddhismus und sogar im Islam auf das dringenste allen anempfohlen wird. Was noch? Ach ja: Dienst für die Menschen! Bildung, die Kirche ist eine Bildungsanstalt, hier kannst Du was lernen, und sei es auch irgendwas, also zum Beispiel Tischtennis oder Ostereierfalten aus Pappmache. Ach ja: Und Kultur können wir anbieten. Bach! Und natürlich auch moderne Kirchenmusik, wir sind ja für alles offen, auch Pop und Gospel haben wir im Programm. Wir sind schon tolle Hechte, wir rackern uns schon ab im Dienst des Herrn. Seltsam nur, dass das niemand interessiert, wie es scheint. Komisch nur, dass andere Vereine das auch anbieten, und mit viel mehr Erfolg. Kaum noch jemand singt in der Kirche, aber auf dem Fußballplatz, da höre ich es alle vierzehn Tage, wie sie singen! Die Hochzeiten, die von freien Wedding-planern angeboten werden, können sich sehen lassen, da sind wir gar nicht so gut, wie wir immer denken, und keiner merkt, was diesen Superevents fehlt, weil wir als Kirche schweigen, vom Segen und der Kraft Gottes keine Rede ist, sondern vom Glück, von der romantischen Liebe und anderen vergänglichen Dingen. Irgendwie kommen alle unsere Produkte nicht so richtig an. 80% der Bevölkerung, so ergab eine Umfrage unter Kirchenmitgliedern, ist die Kirche eigentlich egal, also sie haben nichts gegen sie, sie würden auch nicht ohne Not austreten aber irgendwie wichtig ist sie nicht. Wir handeln offensichtlich mit Dingen, die keiner braucht oder doch nur eine kleine Gruppe, und wenn man dann fragt, warum macht ihr das, was ist denn wichtig an der Kirche, dann kommt eben irgendetwas aus der Liste von oben, und sei es nur eine bisschen Geselligkeit, ach ja, und die Diakonie, als würden wir einen unmenschlichen Staat leben und nur wir uns um die Armen und Kranken kümmern. Was ist bloß los? Wir rackern und rackern, aber unser Kapital vermehrt sich nicht, irgendwie, wir sind aus der Mode, oder kommen doch immer mehr aus der Mode. Liegt das daran, dass die Menschen immer schlechter werden? Das glaubt doch nur, wer nicht einen Moment nachdenkt, sondern nur nachquakt, was schon seit Ewigkeiten gequakt wird, dass die Zeiten immer schlechter werden. Als ob das je gestimmt hätte.  

 

Könnte es sein, dass wir mit dem falschen Handeln? Dass wir auf das falsche Kapital setzen, dass wir das wirklich Pfund, das uns anvertraut wurde, gar nicht recht wahrnehmen? Oder am Ende gar nicht richtig kennen, so wie er Schalksknecht im Gleichnis, der gar nicht verstanden hat, was er mit dem machen soll, was ihm anvertraut wurde?  

Was ist uns denn anvertraut? Das Wort Gottes ist uns anvertraut. Jesus Christus ist uns anvertraut. Das ist unser Kapital. Da ist uns etwas gegeben, das hat nun wirklich kein anderer. Aber wer sagt das noch: ich bin in der Kirche, weil ich Jesus Christus liebe? Ich bin in der Kirche, weil das Wort Gottes mich leben, und wenn es denn sein  muss, auch in Frieden sterben lässt? Wer redet noch vom Glauben, der uns anvertraut ist? Darum geht es hier. Um Jesus Christus, nachdem wir uns Christen nennen. Mit dem sollen wir wuchern. Diesen Namen sollen wir unter die Leute bringen, denn Jesus Christus ist es, in dem uns Gott erscheint. Ja, am Ende ist es Gott selber, der sich uns anvertraut und sich unter uns hören und blicken lässt. Das vermutet manch einer kaum noch in der Kirche. Gott? Das ist sogar den meisten Christen peinlich geworden. Vergebung der Sünden? Wenn interessiert das? Oh, dass sollte aber alle interessieren, denn die Sünde ist kein Spaß und auch nicht banal, auch wenn das Wort abgegriffen ist, weil damit Schindluder getrieben wurde.

Nennen wir es als Kirche noch beim Namen, was in der Welt geschieht? Nennen wir es Sünde, wenn Menschen Menschen ausbeuten, verleumden, bestehlen und erniedrigen, nennen wir es noch Sünde, wenn Menschen die Schöpfung zerstören und manipulieren, dass einem schlecht werden kann, wenn man ein wenig darüer nachdenkt? Nennen wir es noch Sünde, wenn das Gastrecht verletzt wird und Menschen beschämt werden?  Machen wir als Kirche den Willen Gottes noch geltend, der sich eben nicht nur in den 10 Geboten ausspricht, die doch am Ende banale Selbstverständlichkeiten sind, die man in jeder halbwegs zivilisierten Religion dieser Welt antreffen können? Jesus redet nicht von den 10 Geboten, und wenn, dann eher, um zu zeigen, dass sie viel zu wenig sagen. Er spricht doch von der Feindesleibe, und dass Gott am Ende seinen Mördern nicht nur vergibt, sondern sie sogar erlöst, das ist Feindesliebe, und die Mörder Gottes sind am Ende wir. Reden wir noch von der radikalen, bedingungslosen Liebe, die uns Gott erwiesen hat, als er uns Jesus sandte und für uns sterben ließ? Und machen wir ernst mit Ihr? Denn das bedeutet doch, dass Menschen Menschen sind, weil sie Menschen sind. Reden wir noch mit Ernst und Freude davon, dass Gott uns gerade als die Sünder liebt, als die wir uns selber gar nicht wahrnehmen? Es ist doch ein ungeheures Wort, das Gott uns da anvertraut hat, das Wort von der radikalen Liebe, die nicht nach Herkunft, nicht nach Gründen, nicht nach Fähigkeiten und Vorzügen fragt, sondern einfach sagt: ich liebe dich, weil Du Du bist, mein Geschöpf, Geschöpf unter Geschöpfen? Wir zanken uns um lächerliche Fragen, pure Äußerlichkeiten: Dürfen Schwule heiraten? Ja, warum sollen sie es denn nicht dürfen? Weil irgendwann vor 3000 Jahren mal ein antiker Priester aufgeschrieben hat, dass das von Gott verbotener Schweinkram ist? Das ist doch alles längst überholt, und zwar nicht von irgendeinem Zeitgeist, sondern von Jesus Christus selber, der die Liebe, ausschließlich die Liebe, als das einzige genannt hat, das zählt und nicht der Buchstabe des Gesetzes, der immer Menschenwerk ist? Wir streiten uns um lächerliche Fragen, ob Bänke oder Stühle in der Kirche aufgestellt werden sollen, ob der Gottesdienst um 10.00 Uhr oder um 10.15 Uhr stattfinden soll: für die 20 Leute, die kommen. Wir zanken uns um Äußerlichkeiten, die heut wahr sind und morgen überholt und übermorgen wieder modern. Aber wir streiten nicht für die Liebe, die bedingungslose Liebe, die das einzige Gut ist, das wächst, wenn man es verschwendet. Wir sind ängstlich geworden, als Kirche, als Christen, wir trauen der Liebe nicht mehr. Gott wird kaum im Munde geführt, Jesus ist uns peinlich geworden. An die Stelle eines Glaubens, der schieres Vertrauen ist, schiere Hingabe an Gott und an das Leben – ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben – an die Stelle eines Glaubens, der den Menschen Mensch sein lässt kultivieren wir seltsame Rituale, die kaum noch einer verseht, weil sie leer sind, plustern uns auf mit einer Wichtigkeit, die uns gar nicht zusteht und versuchen als Kirche irgendwie wichtig zu sein, faseln etwas von Religion und Transzendenz. Wisst ihr, was das Wort Inspiration bedeutet? Es bedeutet Begeisterung, es bedeutet: Sich von Heiligen Geist führen zu lassen, der uns in der Heiligen Schrift begegnet, in der Bibel. Du wirst Gott im Wald und inder Wüste, in der Tiefe Deiner Seele und auch im gestirnten Himmel über dir nicht finden, wenn Du ihn nicht zuerst in der Schrift gefunden hast, in der er zu uns spricht. Aber auch der Bibel haben wir auch ein Faxenbuch gemacht, das wir  entweder auf Kindergartenniveau herunterbrechen, als wären wir stammelnde Idioten oder zu einem Gesetzbuch erklären, dass als eine Art fromme Straßenverkehrsordnung unser Leben regieren soll mit 3000 Jahre alten Regeln, die schon nicht gestimmt haben, als sie aufgestellt worden sind. Der Geist macht lebendig, nicht der Buchstabe. Die Bibel ist uns anvertraut, als das lebendige Wort Gottes, das die Liebe zu allen Geschöpfen, also auch zu uns selbst in uns wecken will, damit aufhören, hartherzig, engstirnig und ängstlich zu sein – das ist der Schalksknecht nämlich, das tut er nämlich: er versteckt das, was ihm anvertraut ist und lässt es in der Erde vergammelt. So kommen wir in den Gleichnis vor: als ängstliche und kleinkarierte Boten, die sich nicht trauen, weil sie Gott nichts zutrauen. Das ist am Ende die Botschaft dieses Gleichnisses: Traut euch was, traut euch was zu, wuchert mit dem Kapital des Wortes Gottes, das uns gerade nicht unsere Sünden zuspricht, sondern uns von unseren Sünden freispricht, damit wir eben gerade keine ängstlichen Mucker und Drückeberger werden, sondern fröhliche Boten eines Gottes, der nichts anders will, als das wir genau das sind: fröhlich Boten Gottes. Machen wir ernst damit, dass wir von der Sünde nur als von vergebener Sünde reden könne, hauen wir uns nicht die Sünde um die Ohren, sondern die Liebe, wuchern wir mit der Liebe: dann hört man uns zu!

Das Evangelium ist uns anvertraut, das ist unser Schatz, unser Kapital, unser Geschenk, die große Gabe – und wenn wir damit auf den MarkT gehen, dann werden wir auch gehört werden, dann werden Menschen angerührt, weil uns die Liebe nicht nur in Frage stellt, sondern eben auch den Weg weist. Nicht mit Schaum vor dem Mund wie die fundamentalistischen Hassprediger, die es auch in unseren Reihen gibt,  aber auch nicht mit geheuchelter Scheißfreundlichkeit, die uns wie fromme oder senile Hippies aussehen lässt, nicht mit Besserwisserei und frommer Überheblichkeit, die uns zu kaltherzigen Armleuchtern und Spielverderbern macht, sondern mit fröhlicher Gelassenheit. Gott hat uns einen Geist gegeben, damit wir freie Menschen sind und nicht einen Geist der Frucht und der Ängstlichkeit. Fürchte dich nicht, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein! lautet die Botschaft an alle Verzagten und Ängstlichen, an alle Verbohrten und Verbitterten, an alle Frommen und alle Unfrommen, an alle Glühenden und alle Lahmgewordenen. Ja, es gibt ein Gericht Gottes, aber nicht am jüngsten Tage, sondern immer und genau in dem Moment, wo uns das Wort Gottes trifft, so wie jetzt gerade, hier in diesem Moment, wo wir die Stimme Jesu hören, die uns in Bewegung bringen will. Ja, es gibt ein Gericht Gottes, aber das ist kein Gericht, wie wir es kennen: es ist die Konfrontation mit der Liebe, es ist ein Gericht zum Freispruch!

Wir müssen die Kirche reformieren, wir müssen modern werden, wir müssen die Leute wieder ansprechen? Ja, in der Tat, aber sicher nicht dadurch, dass wir uns zu einer weichgespülten Moralanstalt machen, für die die meisten, und mit Recht, nur ein Lächeln übrig haben oder einfach nur Ärger.

Jesus Christus heißt das Pfund, das uns anvertraut ist, er macht uns zur Kirche, und nichts sonst und nichts anderes, darauf sollten wir uns konzentrieren, seinen Namen in die Welt zu rufen, seine Geschichte erzählen, ihn den Menschen, uns selbst immer wieder vor Augen malen lassen als Spiegelbild unseres Lebens: angesichts des Todes noch Hoffnung zu haben, angesichts der Sünde noch an das Gute glauben, angesichts der Dummheit noch auf die Weisheit vertrauen, das ist unser Kapital, das macht uns interessant, das hat sonst kein Verein anzubieten. Darum geht es hier. Das ist uns anvertraut: Gott selber. Um ihn geht es, um nichts sonst. Machen wir ernst damit. Lassen wir ihn in unser Leben, und es wird eine besseres Leben werden, ein reicheres Leben, ein Leben, dass eben mehr ist als geboren werden, arbeiten und sterben, ein Leben, dass nicht vor der Wand der Todes endet, sondern vor dem Horizont der Ewigkeit gelebt wird, ganz einfach nach dem schlichten Satz, mit dem Jesus seine Botschaft zusammenfasst und derm ich zum Christen gemacht hat: Ich lebe, und ihr sollt auch leben!. Darum geht es hier. Wenn wir uns als Kirche fragen, was ist uns anvertraut, was ist unser Schatz, was ist unser Kapital; dann kann die Antwort nur lauten: Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift begegnet, in Gericht und Gnade, in Warnung und Ermutigung, in Zuspruch und Anspruch. Vergraben wir das, vergraben wir Jesus Christus in der Erde unserer Angst, reden wir nicht mehr von dem, von dem einzig zu reden unsere Aufgabe ist: dann brauchen wir uns nicht zu wundern, dass uns keiner mehr zuhört und wir am Ende selber nicht mehr wissen, wer wir sind. Was würden wir von einem Fußballer halten, der auf die Frage, was er hier macht antwortet: Weiß ich nicht so genau, es hat etwas damit zu tun, dass das Stadion gefüllt wird? Aber so reden wir als Kirche. Erbärmlich.

Dann sind wir in der Tat Schalksknechte, die keiner braucht und dann haben alle die recht, die sagen: Die Kirche brauchen wir nicht. Wir müssen uns verändern, das ist keine Frage, wir schleppen viel zu viel Balast mit uns herum, Müll der Jahrhunderte. Aber das heißt nicht, dass wir noch ein Gemeinderettungsprogramm auflegen, dass wir noch eine Reform auf den Weg bringen, dass wir noch mehr anbieten, dass wir uns verbiegen und verkrümmen, tarnen und vestecken, bis uns keiner mehr erkennt: blos nicht von Gott reden, sonst winken alle ab.

Wenn wir uns des Wortes Gottes, das uns anvertraut ist, schämen, dann sind wir keine Kirche mehr, sondern ein Religionsverein zur Pflege frommen Brauchtums, eine Art spirituelle Volkstanzgruppe, die irgendwo zwischen peinlich und rührend angesiedelt ist.

Wir haben wahrhaftig mehr zu bieten. Wir haben Jesus Christus. Setzen wir auf dieses Kapital: wir haben die Verheißung, dass es ich vermehrt, so wie aus den zwei Fischen und den fünf Broten Am Ende Nahrung für 5000 wurde.

 

Eine ernste Geschichte, die Jesus uns da erzählt, weil es keine Geschichte über jemand anderen ist, sondern eine Geschichte über uns. Ja, in der Tat: wir werden als Kirche nur dann eine Bereicherung sein, wenn wir unseren Reichtum verteilen, und das ist nicht die Kirchensteuer, das ist das Wort Gottes selber: Christens sind wir, weil uns Christus geschenkt wurde. Amen.

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